Buchbesprechungen

Besprechungen von touristischen Büchern und Bildbänden.
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Die Allgäuer Alpen. Bernd Römmelt. Rosenheimer Verlagshaus 2013

Sechs Jahre reiste Bernd Römmelt durch die Allgäuer Alpen und fotografierte, beobachtete, schrieb – und so ist ein betrachtenswerter Bildband entstanden. Das Buch macht mit seinen breitformatigen Bildern Lust auf eine Reise in diese alpine Region. Römmelt fotografierte sonst in den bayerischen Alpen. Er zeigt uns die Formationen in den unterschiedlichen Jahreszeiten und bei einem Licht, wie es selten von Wanderern gesehen wird: ein ausladendender Morgenhimmel über dem westlichen Wengenkopf ist ebenso schön wie der Morgenhimmel und das rötliche Licht über dem Zugspitzmassiv, vom Grünten aus fotografiert. Hier rückt doch alles zusammen und die Landesgrenzen werden glücklicherweise überschritten. So zeigt er das Kleinwalsertal in sehenswerten Bildern; die erstarrte Breitachklamm im Winter ist besonders beeindruckend und lädt ein, sie im Winter zu besuchen und ebenso zu fotografieren. Die Tannheimer Berge gehören natürlich ebenso in das Buch, das zu jedem Kapitel eine Beschreibung der Regionen liefert. Und wer bis dahin glaubte, das Allgäu sei nur eine liebliche Hügellandschaft, findet in diesem Bildband die schroffen Gipfel wie der Hochvogel im letzten Licht bevor es gewittert oder dem Hohen Ifen mit dem Gottesackerplateau. Die Besonderheit ist der Bewuchs der Berge: sie sind nicht vegetationsfrei wie man es von den bayerischen Alpen gewohnt ist, sondern tragen bis in große Höhen grün leuchtende Almmatten.

Natürlich darf in einem Bildband über die Allgäuer Berge der Grünten nicht fehlen, der als “Wächter des Allgäus” bezeichnet wird. Viele Bilder sind in den fototauglichen Zeiten aufgenommen worden: morgens nach dem Sonnenaufgang oder in der Abenddämmerung, so dass der Betrachter die Stimmungen nachempfinden kann. Mein Lieblingsbild ist das des Guggensees mit der perfekten Spiegelung im Herbst – Mädelegabel und Trettachspitze sind schon verschneit. Der Bildband zeigt auch Blumen und Tiere, besonders Dohlen, Steinböcke und Füchse aus nächster Nähe.

Das Winterbild vom Grünten, der aus dem Nebel herausragt ist besonders schön – noch bevor die Sonne aufgeht, mit dem orangeroten Horizont.

Wolf-Dietmar Unterwegers Bäuerliche Welt. Fotografische Werke 1978-2009. Biberacher Verlagsdruckerei 2012.

Ein Band der besonderen Art ist der Fotoband „Bäuerliche Welt“. Er zeigt Aufnahmen der kleinbäuerlichen Welt Oberschwabens – von Menschen und ihren Häusern. Unterweger hat über mehr als dreißig Jahre lang in seiner Heimat fotografisch dokumentiert. Dies ist in den Umwälzungen der letzten Jahrzehnte verloren gegangen. Die Häuser sind abgerissen, die Bewohner gestorben. Der Bildband zeigt beides; in teils fast monochromen Aufnahmen begegnen wir den Bauern bei ihrer Arbeit. Eine Bäuerin trägt vorsichtig ein Schaf aus dem Stall, ein Oberstettner Bauern schmaucht seine Zigarre, während manche still aus dem Fenster auf den Betrachter schauen. Einige Bilder wirken fast düster; sind sie doch vor dreißig Jahren bei teils schwachem Winterlicht oder in den Gebäuden ohne Blitz aufgenommen. Aber dies macht ihren Reiz aus – sie sind nicht geschönt oder bearbeitet, so wenig wie die Menschen und Häuser, die sie abbilden. So faszinierend wie die Bilder der Bauern, sind ihre Wohnstätten und Ställe. Heute sind diese Gebäude historisch; nur noch in Freilichtmuseen zu betrachten. Unterweger ist oft unterwegs stehen geblieben, wenn er solch ein altes Haus erblickte und hat ihm sich genähert. Heugabeln an Wänden drapiert, zerbröckelnder Putz, daneben eine Öffnung, bei der der Betrachter rätseln muss, welche Funktion sie gehabt hat. Fenster in allen möglichen Formen, teils verwachsen. Scharniere, von Schnee bedeckt. Und schließlich Fachwerk, das bereits sein Inneres preisgibt. Die Häuser zerfielen langsam im Laufe der Zeit. Unterweger besaß ein Auge für Details wie die vergessenen Holzräder an der Steinwand. Türen und Tore der Bauernhäuser, meist aus Holz in Formen, die man heute vergebens sucht.

Besonders faszinierend sind aber die Portraits der Menschen; deren schweres Leben sich in ihre Gesichter gegraben hat. Die Aufnahmen der Menschen sind heute größtenteils dreißig Jahre alt und sie haben harte Zeiten erlebt.

Wer das Leben und die Gebäude der früheren Zeiten in Oberschwaben kennen lernen möchte und daraus auch für die Zukunft sehen und lernen möchte, ist mit dem Bildband gut beraten. Empfehlenswert ist das Buch auch für kulturwissenschaftlich Interessierte.

Wunderwelt Federsee. Franz Mertens. Biberacher Verlagsdruckerei 2012

Ein Frosch blickt über den Rand eines Seerosenblattes – mit diesem Bild lockt ein überaus sehenswerter Bildband über den Federsee und das angrenzende Federseeried den Betrachter. Vorweg gesagt: der Naturbildband ist eine Kostbarkeit, der mit beeindruckenden Bildern aufwartet.

Der Federsee ist einer der größten Seen Baden-Württembergs. In seiner Umgebung wurde bis Mitte des letzten Jahrhunderts intensiv Torfabbau betrieben. Nach der Stilllegung und dem Stopp der Entwässerung des Moors entwickelte sich rund um den Federsee ein Biotop für Pflanzen und Tiere. Der Naturfotograf Franz Mertens zeigt seine Naturbilder jenseits der üblichen Federseesteg-Fotos: Eine Fülle an Leben, die den Titel Wunderwelt Federsee widerspiegelt. Seine Fotos gliedert er nach den Lebensräumen: See, Schilfgürtel, Streuwiesen, Moor, Feuchtgrünland und Wald. Jedes Kapitel beginnt mit erläuternden Texten zum Entstehen und der Besonderheit. So erfährt der Leser, weshalb der See heute so klein geworden ist und wie der Mensch in die Natur eingegriffen hat. Seit dem Ende des letzten Jahrhunderts erholt sich die Natur langsam. Heute sind der Federsee und seine Umgebung ein Europareservat, in dem an den Zugzeiten tausende Vögel Rast machen. Beeindruckend ist, dass die Landwirte den Naturschutz unterstützen, indem sie die Wiesen zeitlich versetzt oder erst sehr spät mähen. So können Bodenbrüter ihre Jungen groß ziehen und Störche genügend Nahrung finden.

Die Bilder zeigen die Tiere aus Perspektiven, wie man sie selten sieht: drei fliegende Schwäne über dem Wasser, ein Schwarzkehlchen mit gefangener Libelle, wenig scheue Rehe und Füchse, aber auch zahlreiche Makroaufnahmen von Insekten. So beeindrucken eine Mosaikjungfer-Libelle beim Eierlegen wie auch Falter und ihre Raupen aus direkter Nähe. Jeder Naturfotograf weiß, wie schwierig solche Aufnahmen sind und so ist der Genuss beim Betrachten umso größer! Ein Silberreiher aus nächster Nähe und ein balzendes Turmfalkenpaar sind wahrlich selten und schwierig aufzunehmen, wenn man deren hohe Fluchtdistanz weiß. Haareis auf Totholz: wer hat das schon einmal gesehen?

Landschaftsaufnahmen von den Lebensräumen zu den verschiedenen Jahreszeiten runden den Bildband ab. Das etwas düstere Moor, stimmungsvolle Aufnahmen vom winterlichen Feuchtgrünland und von den urwüchsigen Streuwiesen machen Lust auf eine Reise zum Federsee.

Oberschwaben-Liebhaber sei das Buch empfohlen, aber auch Naturfotografen können einige Ideen für ihre eigene Arbeit gewinnen. Für Naturliebhaber und alle, die gerne Bilder über eine vielfältige Landschaft und ihre Tiere sehen, ist dieses Buch genau richtig.

Bodensee Panorama. Holger Spiering. Edition Panorama, Mannheim 2009.

 „Ihr lebt ja im Paradies“, heißt es von den Urlaubern, wenn der Überlinger Fotograf Holger Spiering mit seiner Kamera am Bodensee unterwegs ist. Seine Bilder zeigen im langformatigen Bildband den Bodensee und seine Umgebung. Die Reise beginnt in Überlingen und führt rund um den See - vom lieblichen Untersee bis zum schwäbischen Meer, wie man den Obersee zu Recht nennt. Dieser kann bei drohendem Gewitter recht wild werden: Eindrucksvolle Bilder überraschen den Leser und zeigen selbst im Sturm seine Schönheit. Der Autor legt Wert darauf, dass seine Bildauswahl selektiv ist; die schönen Seiten des Bodensees will er zeigen. Er merkt aber an, dass Investoren Streuobstwiesen bebauen und einen weiteren Zugang zum See schließen.

Die Bilder zeigen Weinberge, die Insel Mainau, beschauliche Städte am Bodensee wie Naturschutzgebiete wie das Wollmartinger Ried, das nur man geführt betreten kann. Der Bodensee ist ein wichtiges Überwinterungsgebiet für Zugvögel und sie sollen ohne Störungen rasten. Spiering fotografierte mit seiner speziellen analogen Panoramakamera so weit, wie das Auge reicht und überrascht mit humorigen Ansichten. So sieht der Betrachter bei dem Dorf Öhningen einen Feldweg, der sich am Rande einer Weide entlangschlängelt – nichts Ungewöhnliches. Doch am Wegesrand ist da das Schild der Bundesrepublik Deutschland, wie man es eben an einer Staatsgrenze findet. Stärker kann der Kontrast kaum sein.

Dann zeigt Spiering Bilder von einer fast unwirklichen Schönheit: die Inselsilhouette von Lindau, eingetaucht in Violett und Lila, aufgenommen an einem Abendhimmel mit einem ungewöhnlichen Farbenspiel. Die Wolken und das Licht gestalten mit: dies ergibt einen künstlerisch gestalteten Band. Die Fotografien sind oft aus ungewöhnlicher Perspektive aufgenommen und erklärende Texte weisen auf Besonderheiten hin. Die Bilder stammen aus allen Jahreszeiten, wobei die Sommerbilder dominieren. Ein Winterfoto hat mir besonders gefallen: Eisformationen am Litzelstettener Ufer - in Sichtweite die Insel Mainau - lassen den vom Image her lieblichen Bodensee von seiner rauen Seite entdecken.

Mehrsprachige Textteile, die für einen Bildband in ausreichender Länge vorliegen, führen den Leser in die Geografie und Landeskunde des Bodensees und seiner Bewohner ein.

Tiefer Süden – Sanftes Land. Oberschwaben, Bodensee, Allgäu und Alb im Panorama. Manfred Thierer, Markus Leser. Biberacher Verlagsdruckerei 2011.

Tiefer Süden – sanftes Land ist ein ungewöhnlicher Bildband über die Landschaft und die Kulturstätten Oberschwabens. Allein das Format ist so angelegt, dass man die Panoramabilder vom oberschwäbischen Fotografen Markus Leser in ihrer weiten Perspektive gut betrachten kann. Besonders die Landschaftsbilder laden dazu ein, sich in sie zu versenken und man wird Details finden, die überraschen. Wie es in dem Buch heißt: „Gemälde sollte man stets mit einem Abstand betrachten. So erschließt sich ihr Inhalt ganzheitlich.“ So kann man sich ruhig Zeit für den Spaziergang durch die vielfältige oberschwäbische Landschaft nehmen. Am Rand der schwäbischen Alp, an der Grenze zu Oberschwaben beginnt der Bildband von den Orten zu erzählen: In den landeskundlichen Texten vom Geografen Manfred Thierer erfährt man auf spannende Weise, was es mit dem Bussen, dem heiligen Berg Oberschwabens, auf sich hat oder was hinter dem bekannten Lied über die schwäbische Eisenbahn steckt. Der berühmte Blautopf zeigt sich nur nach längeren Regenpausen so blau schimmernd wie auf dem Panoramabild. Forscher haben von hier aus unter Wasser Höhlensysteme und Dome entdeckt. Der Leser staunt, was man alles in Oberschwaben entdecken kann: Schwörmontag auf der Donau in Ulm, der sich wie ein Fastnachtsumzug bewegt; stille und „gute“ Orte wie der Laupheimer Judenfriedhof und stille Wasser;  der Weingartner Blutritt oder Silvester in Ravensburg, wo die Türme den Takt angeben. Man erfährt, dass der Federsee früher einmal achtmal so groß war und heute am Verlanden ist. Bilder zeigen den mächtigen Schilfgürtel den man auf einem über 100jährigen Holzsteg erreicht, der seinen eigenen Geburtstag feierte. Imposant die Bilder der barocken Kirchen, weil sie durch das Panorama-Format noch authentischer herüber kommen als auf gewöhnlichen Fotografien. So bekommt man Lust, sie einmal selbst zu sehen! Ungewöhnlich ist die Ansicht des Bad Wurzacher Rieds im Winter. Welcher Reisende weiß, dass in Engerazhofen ein ganzes Dorf die Passionsspiele vor einem Publikum aufführt? Oder dass zu Zeiten des Nationalsozialismus das Dorf Gruorn bei Münsingen verschwand, um einem Truppenübungsplatz zu weichen? Heute ist das geschundene Land ein von der UNESCO anerkanntes Biosphärenreservat. Ein ganzes Dorf als Museum lässt sich in Kürnbach bestaunen; translozierte Häuser aus verschiedenen Teilen Oberschwabens. In Bad Waldsee werden Kuhschönheiten prämiert – und Cilly aus Ochsenhausen (!) erhält die begehrte Siegerschärpe. All diese Geschichten erzählen die Bilder und Texte. Der Bildband führt durch die oberschwäbische Kulturlandschaft hinunter zum Bodensee, nach Unteruhldingen zu den Pfahlbauten, einem Weltkulturerbe; nach Tettnang, wo der Hopfen grünt – auch das grüne Gold genannt. Der Leser erfährt, wie die bekannten Bodenseeäpfel angebaut und geerntet werden. Er kann den See auch in der kalten Jahreszeit betrachten. Auch hier erklären die Texte kenntnisreich und sauber recherchiert die geografischen und landeskundlichen Besonderheiten. Der Wechsel aus landschaftlicher Schönheit und kulturellem Erbe ist es, was den Reiz des Bildbandes ausmacht. Die Bilder bleiben „hängen“, man erinnert sich ihrer.  Englische Fassungen der Texte machen den Bildband auch für nichtdeutschsprachige Leser interessant.

Fazit: Das Buch ist sehr gut ausgestattet. Die stimmungsvollen Bilder zeigen die die Region in ihrer Schönheit. Durch die interessanten Texte erfährt man einiges aus dem Alltagsleben der Menschen und nicht alleine die landeskundlichen und historischen Hintergründe. Der Bildband ist ideal für alle, die in Oberschwaben Urlaub machen wollen und sich schon einmal einstimmen möchten. Wer schöne Bilder bzw. Panoramabilder liebt, ist mit dem Bildband auch sehr gut beraten.

Oberschwaben und Westallgäu von Peter Sandbiller. Silberburg Verlag 2013.

Wer die Region Oberschwaben noch nicht kennt, kann die Region kaum eingrenzen. Bestenfalls der Bodensee als südliche Grenze fällt ihm noch ein. Der neue Bildband vom Silberburg Verlag gibt in stimmungsvollen Bildern einen ersten Eindruck von der Region zwischen Donau, Iller und Bodensee. Die Bilder des Karlsruher Fotografen sprechen für sich und kommen mit wenig Text aus. Sie zeigen die reich gegliederte Kulturlandschaft Oberschwabens; leuchtende Rapsfelder, verschwiegene Seen, die man im Urlaub entdecken kann und nach der Lektüre auch entdecken möchte. Der Fotograf hat den Charme der kleinen Städte eingefangen. So erhält der Leser einen Einblick in das Brauchtum wie dem Blutritt in Weingarten und der schwäbisch-alemannischen Fastnacht. Bilder von der Saulgauer Dorauszunft zeigen, dass man hier zu feiern versteht. Bemerkenswert sind die Aufnahmen aus der Vogelperspektive, sie geben einen Eindruck von der grandiosen Landschaft. Natürlich dürfen die Basiliken und Kloster nicht fehlen: die Basilika von Weingarten, genannt „Petersdom“ Schwabens oder die Stadtpfarrkirche St. Martin in Biberach mit ihren barocken Deckengemälden laden zum Besuch ein. Der Bildband widmet sich auch dem Westallgäu bis Leutkirch und Isny. So machen auch diese Bilder Lust auf mehr: vertiefte Lektüre oder besser - eine Reise nach Oberschwaben.

Der Bildband ist handlich und kann daher gut auf Reisen mitgenommen werden. Er ist aber auch eine schöne Auffrischung des vergangenen Urlaubs oder einfach ein Geschenk für Freunde, die diese Region noch nicht kennen.

Schlösser in Oberschwaben. Geschichte und Geschichten von Martin Blümcke. Silberburg Verlag 2008.

Oberschwaben ist das Land der Schlösser. Sie zu vorzustellen und ihre Hintergründe mit Geschichten und Anekdoten zu vermitteln - dies hat sich das Buch „Schlösser in Oberschwaben“ zum Ziel gesetzt. So reist der Leser vom prächtigen Schloss Sigmaringen mit dem barocken Rittersaal zu den Schlössern Scheer, Wilflingen, bis hinauf zum Schloss Erbach, um ein paar Schlösser an der Donau zu nennen. Nach Süden gelangt man lesend über Mittelberach, Aulendorf nach Wolfegg, das bei Arbeiten zur Brandsicherung vor Jahren abgebrannt ist und zu Teilen vor mehr als hundert Jahren neu errichtet wurde. In Kißlegg kann man gleich zwei Schlösser bewundern; das Alte und das Neue Schloss. Die Gemeinde hat 1960 das Neue Schloss mit dem Schlosspark vom Fürsten von Waldburg-Zeil gekauft.

Und wer wusste, dass Friedrichshafen oder Langenargen jeweils mit einem Schloss aufwarten kann? Das Friedrichshafener Schloss ist nahe dem Bodenseeufer erbaut und wurde 1944 von Bomben getroffen. Die evangelischen Gemeinden St. Gallens stifteten nach dem Krieg Schieferplatten, mit denen der Innenraum geschützt wurde. Dies schützte vor dem Einsturz und rettete schließlich das Schloss.

Geschichten rund um die knapp 30 Schlösser ergänzen die Beschreibungen, so dass der Führer lebendig und gut zu lesen ist. Die Bilder, teils aus der Vogelperspektive, sind brillant und vermitteln eine Vorstellung von den Schlössern und ihrer näheren Umgebung. Ein übersichtliches Verzeichnis von den Schlössern und Orten lassen sie schnell auffinden. So eignet sich der Führer auch ideal zur Mitnahme auf Reisen oder Ausflügen. Ich selbst werde ihn auf jeden Fall dabei haben, wenn ich mit den Entdeckungsfahrten beginne.

Gerald Schwabe: Allgäu Panoramen, Brack Verlag, Altusried.

Wer kennt das nicht: mühsam hat man einen Berg erklommen und freut sich an der Weite der Aussicht über die Berggipfel. Aber selten kann jemand erklären, wie die Gipfel heißen und wohin der Blick reicht. Der handliche Führer "Allgäu Panoramen" ist klein genug, damit er in jede Tasche passt und zeigt aber auch dem Leser zuhause in Panoramaaufnahmen die Schönheit der Bergwelt. Er ist daher ein Kompromiss aus Taschenführer und Bildband. Die Fotos stammen aus dem Oberallgäu und Kleinwalsertal, dem Tannheimer Tal und dem Ostallgäu mit den berühmten und vielbesuchten Schlössern wie Neuschwanstein. Der Fotograf wanderte hoch hinauf und so kann der Betrachter auf die Täler, Dörfer und teils auf die Bergmassive blicken. Die Bergnamen geben dabei Orientierung und manch ein Name ist vertraut. Viele Sommer- und ein paar Winterbilder zeigen die Bergschönheiten. Bei einigen Bildern ist für meinen Geschmack die Farbe zu stark gesättigt. Wer einen klassischen Bildband lesen möchte, ist sicher mit einem größeren Format besser beraten. Für die Wanderer ist er ein praktischer Wegbegleiter und durch den festen Einband gut geschützt.